NICHTWORT-Workshop 18. und 19. Januar 2018

Sichtbare Sprache

NICHTWORT-Workshop zusammen mit dem DeutschSommer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
18. und 19.1.2018 in der Zollamtgalerie der HfG Offenbach.

Workshop als Konsequenz aus der NICHTWORT Konferenz im Sommer 2017

Die Konferenz im Sommer 2017 sollte eigentlich Vorträge und Workshops vereinen. Dies war jedoch, auf Grund des immer dichter werdenden Vortragsprogramms, schließlich nicht mehr möglich; auf die Workshops wurde letztlich verzichtet.

Daher entschieden wir bereits im Juni 2017, im Wintersemester 2017/18 einen umfangreichen Workshop auf einem der Konferenz-Themen aufzubauen. Mit diesem Workshop sollte versucht werden, eines der Themen (in diesem Falle den DeutschSommer) mit Mitteln des Design weiterzuentwickeln – also Ideen zu finden, wie ein sehr gut laufendes Programm noch besser werden kann. Für diesen Workshop wurde im Herbst 2017 der DeutschSommer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft unter Leitung von Monika Bremer gewonnen.

Der Workshop-Ablauf:

1. Akt: 16.00 Uhr: Vorstellungsrunde. Drei Impulsvorträge von Monika Bremer, Prof. Georg-Christof Bertsch, Agnes Meyer Wilmes im Seminarraum. Daran schloss sich im Nebenraum eine gemeinsame szenische Übung unter Leitung des Theaterpädagogen Nikolas Hamm an, die gleichzeitig zur Lockerung und zur Bewusstwerdung der Potentiale dieses Verfahrens beitrug. Anschließend wurde, zurück im Seminarraum, eine erste Diskussionsrunde über mögliche Themen durchgeführt. Diskussion der Erfahrung sowie Sammlung erster Ideen, was am Freitag bearbeitet werden könnte. Damit schloss der 1. Akt.

Szenische Sprache in 4 Videos

Probe 1
Probe 2
Probe 3
Alle zusammen

2. Akt (nach Umbau): Der zweite Akt bestand ab 19.00 Uhr aus einem gemeinsamen Arbeitsessen, währenddessen die Ideen vertieft wurden, persönlich Bekanntschaften geschlossen wurden und konkrete Ideen für den nächsten Tag ausgearbeitet wurden, nachdem alle satt und zufrieden waren. Dieser Teil fand in einem radikal verwandelten Setting im Seminarraum statt. Hier herrschte nun eine gemütliche, gastliche Atmosphäre, sehr angenehm, bewusst nicht studioartig. Dazu wurden Tischdecken aufgelegt, Porzellangeschirr Weingläser, Besteck eingedeckt. Es wurden Kerzen entzündet. Die Produktivität dieser Gespräche war erwartet hoch, was sich in der abschließenden Diskussion zeigte, in der zahlreiche konkrete Projekt vorgestellt sowie die Gruppenkonstituierung für den Folgetag festgelegt wurde. Damit schloss der 2. Akt.

3. Akt (nach Umbau): Der zweite Tag begann um 10.00 Uhr wieder im Seminarraum in der gewohnt nüchternen Atmosphäre. Nun bildeten sich nach einem kurzen gemeinsame Kaffeetrinken, die Gruppen. Die meisten blieben im Seminarraum, eine Gruppe nutzte einen der kleinen Studioräume, etwas abseits vom Geschehen. Die Gruppen arbeiteten ab 11.00 an den folgenden Themen:

1. Visualisierung des Satzes: „Der Elefant steht auf einem Tisch“.

2. Entwicklung eines Spiels, mit dem die Kinder nach dem Ende des DeutschSommer-Programms das Erlernte in die Familien übertragen können.

3. Entwicklung eines Hybrids aus Poesiealbum, Gutscheinheftchen, Pass, mit dem die Kinder Erlerntes dokumentieren, Freundschaften symbolisch besiegeln und – verzahnt mit einer Art Schwarzen Brett – gemeinsam Erfahrungen rekapitulieren können.

4. Verdichtung des Grundgedankens des DeutschSommers (Elevator-Pitch) aus der Sicht der fünf Zielgruppen Kinder, Lehrer, Eltern, Familienumfeld, Sponsoren.

Nach einem gemeinsamen Suppen-Mittagessen um 13.00 wurde der Arbeitsstand abgeglichen und die Gruppen arbeiteten weiter. Die Präsentation fanden zwischen 16.00 und 18.00 Uhr statt. 19.00 Uhr Ende des Workshops. Abbau.

Ergebnis des Workshops:

Alle Beteiligten waren begeistert von der intensiven und konstruktiven Arbeitsatmosphäre. Wichtig war dabei, dass nicht mit bestimmte Methoden (Design Thinking, Brainstorming etc.) gearbeitet wurde, sondern methodenübergreifend. Hierbei zeigte sich die produktive Qualität von transdisziplinären und qualifikationsunabhängigen Gruppen. Insbesondere bei der Sprachvisualisierungs-Gruppe wuchs konstant die Erkenntnis der Komplexität des Themas, nicht zuletzt an den Diskussionen, wie unterschiedlich sich Artikel, Präpositionen, Verben, Nomen visualisieren lassen. Die Ergebnisse waren insgesamt reif und attraktiv, was v.a. für die Nichtdesigner_innen eindrucksvoll war.

Resümee:

Als Resümee wurde von allen Seiten bestätigt, dass dieses Format gut funktioniert. Die Anzahl von 16 Teilnehmer_innen war optimal. Für die HfG war es einer der ersten Fachbereichs-übergreifenden Workshops überhaupt. Für die externen Partner hat es gezeigt, wie ernst die HfG das Thema „Gestaltung für Sprachbildung“ nimmt. Der DeutschSommer der StiftungPolytechische Gesellschaft hat die Beteiligten ausdrücklich dazu aufgerufen, in Kontakt zu bleiben und mit Projektvorschlägen in der eingeschlagenen Richtung auf die Stiftung zuzukommen. Die Ergebnisse sind sämtlich für die Reflexion und Weiterentwicklung des DeutschSommer nutzbar. Ein weitergehendes Projekt an der HfG konstituierte sich. Zahlreiche Beteiligte fanden Zugang zu dem Thema Gestaltung für Sprachbildung.

Teilnehmer_innen:

1
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6
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9
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16
17
1

Marie Anny Bertsch

2

Lutz Jahnke

3

Annette Bertsch

4

Prof. Georg-Christof Bertsch

5

Monika Bremer

6

Markus Marschall

7

Agnes Meyer-Wilmes

8

Julia Diehl

9

Carlotta Ludig

10

Lisa Peil

11

Andreas Grzesiek

12

Judith Leijdekkers

13

Wilhelm Lange

14

Luigi Galbusera

15

Nikolas Hamm

16

Viviane Niebling

17

Genta Kozaki

Monika Bremer und Nikolas Hamm, beide DeutschSommer; Agnes Meyer Wilmes, Lehrerin für besonders Aufgaben (Typografie) HfG Offenbach, Lisa Peil, social design, Offenbach; Julia Diehl und Lutz Jahnke, beide akademie für interdisziplinäre Prozesse Offenbach; Judith Leijdekker, Rotterdam /  Stockholm; Markus Marschall, Designer, Stuttgart; Andreas Grzesiek, Luigi Galbusera, Wilhelm Lange Studierende HfG Design; Carlotta Ludig, Studierende HfG Design sowie technische Organisatorin des Workshops; Annette Bertsch, Lehrbeauftragte Designmanagement, Universität Kassel; Wenyuan Gu, Genta Kozaki, Viviane Niebling, Studierende Kunst an der HfG. Prof. Georg-Christof Bertsch, Konzeption und Leitung Workshop. HfG Offenbach. Fotografische und filmische Begleitung: Marie Anny Bertsch (Themenbüro GmbH)